Mode im Mittelalter

Karina Breul
2023-09-04 21:03:00 / Mittelalterliche Mode

Ein Überblick über die Modeerscheinungen des Mittelalters


Die Mode im Mittelalter war ein Spiegel der sozialen Hierarchie, des Status und unterschied sich natürlich auch regional voneiander.

Im Frühmittelalter, das ca. vom 5. bis zum 11. Jahrhundert reichte, trugen die Menschen in Europa meistens einfache Gewänder. Männer trugen Tuniken, die knielang waren, manchmal aber auch bis zu den Knöcheln reichten und mit einem Gürtel zusammengehalten wurden. 
Frauen trugen lange Unterkleider aus Leinen und darüber verschiedene Überkleider, welche oft aus Wolle waren. Bei den Wikingern zum Beispiel trugen die Frauen drei Gewänder übereinander – das langärmelige Unterkleid, darüber ein langärmeliges Überkleid aus einem Wollstoff und als letzte Schicht ein Trägerkleid, auch aus einem Wollstoff. 
Die Stoffe waren in der Regel relativ grob gewebt und von natürlichen Farben, wobei auch mit Pflanzenfarben beachtliche Farbtöne erzielt werden konnten.

Im Hochmittelalter, das vom 11. bis zum 13. Jahrhundert dauerte, begannen sich Kleidung und  Mode langsam zu verändern. 
Frauen trugen eher lange, schmale Gewänder, die ihre Taille betonten, was durch Schnürungen realisiert wurde. Die Ärmel der Kleider wurden aufwändiger und über diesen langen Kleidern trugen Frauen oft ein sogenanntes Surcot, ein ärmelloses Überkleid, das oft in verschiedenen Farben gehalten war und reich verziert wurde.
Die Männermode im Hochmittelalter war ebenfalls nun aufwendiger. Männer trugen zwar zum Teil noch knielange Tuniken, jedoch nach und nach hierdrüber ebenfalls ein langes Übergewand, das mit Keilen und einem Reitschlitz versehen war. Auch die Bruche kam hier auf, eine Art Unterhose, an die die Beinlinge angebracht waren.
Farblich wurde es im Hochmittelalter - je nach Stand - immer bunter, wobei einige Farben nur dem Adel vorbehalten waren.  

Im Spätmittelalter, das vom 14. bis zum 15. Jahrhundert dauerte, erreichte die Mode im Mittelalter ihren (teilweise bizarren) Höhepunkt.

Die KlSkizze Mittelalter Dame mit Hennin - kegelförmiger Huteidung wurde noch mutiger. Frauen trugen lange, fließende Gewänder mit engen Ärmeln, während Männer oft Doppelmäntel mit Pelzfuttern trugen. Besonders auffällig waren die burgundischen Kopfbedeckungen dieser Zeit, der Hennin – ein kegelförmiges hohes Gebilde.


Die mittelalterliche Mode hat in ihren 1000 Jahren erstaunliche Entwicklungen durchlaufen – von der einfachen Leinen- und Wollbekleidung des Frühmittelalters bis zu opulenten Kleidungsexperimenten (mein Liebling sind hier immer noch die Schnabelschuhe^^) des Spätmittelalters – und ist bis heute eine spannendes Thema!


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